Es ist schon eine Weile her seit ich einen Kurzflim sah, an den ich mich heute noch erinnere. Es ist ein U.S. amerikanischer Film. Der Titel: Validation. Das ist ein bisschen schwer ins Deutsche zu übersetzen; validation kann verschiedene Dinge sein, wie Bestätigung und Nachweis oder Gültigkeitserklärung.

Auf jeden Fall kann ich Ihnen und Euch nur empfehlen, diesen 15 Minuten langen Film einmal anzuschauen – das geht über You Tube. Es ist ein sehr humorvoller Film, der auch zum Nachdenken anregt.

Worum geht’s also in diesem Film? Die erste Szene führt uns in ein Parkhaus mit einem Schild: ‘2 hours of free parking with validation’ – Zwei Stunden freies Parken mit Nachweis, das man da eben auch irgendwie ein Geschäft getätigt hat. Stempel drauf, und gut. Kennen wir doch alle, oder?

Nächste Szene: ein traurig und müde ausehender Mann geht auf einen Thresen zu, hinter dem der Typ sitzt, der die Parktickets abstempelt. Er schiebt dem Typen das Ticket rüber und sagt abwesend: ‘I am here to get validated. – Ich bin hier, um eine Bestätigung zu bekommen.’

Woraufhin der Mensch, der die Parktickets bestätigt – er heisst Hugh Newman, wie wir dann kurz darauf lernen – den Mann liebevoll anschaut und dann sagt: ‘You – you are awesome! – (das kann man mal wieder so schlecht ins Deutsche übersetzen) Sie – Sie sind phantastisch! Die haben ein ausdrucksstarkes Gesicht mit so markanten Zügen. Hat Ihnen das schon mal jemand gesagt?’ Woraufhin der Mann, etwas verunsichert, antwortet: ‘Ähm – nein.’

Auf jeden Fall geht das Gespräch zwischen den beiden dann noch weiter. Hugh spricht dem Mann aufmunternde Worte zu. Und langsam verändert sich dessen Miene. Sie hellt sich auf. Schliesslich lächelt der Mann sogar. Hugh hat ihn aufgebaut. Die freundlichen Worte der Bestätigung haben ihn verwandelt. Und natürlich bekommt er dann auch eine Bestätigung fü sein Parkticket.

Dann ist da, was man eine Montage nennt – kurze Vignetten von Menschen, die zu Hugh kommen, um ihr Parkticket bestätigen zu lassen, und die dann ganz unerwartet als Mensch bestätigt werden. Und das macht was aus – alle sind wie verwandelt.

Das Wort über Hugh breitet sich aus – und schon bald parken Leute in dem Parkhaus, nur, um sich von Hugh bestätigen zu lassen. Und man sieht, wie sich eine lange Schlange vor dem Schalter bildet. Alle wollen von Hugh bestätigt werden – alle hungern danach, ein freundliches Wort zu hören. Und selbst die Erwartung einer Begegnung mit Hugh verwandelt die Menschen bereits: da reden und lachen die Wartenden miteinander.

Irgendwann wird das Management darauf aufmerksam. Und es gibt natürlich Beschwerden, dass die Leute nicht ins Parkhaus kommen, um Geschäfte zu tätigen, sondern nur, um Hugh zu sehen. Dem Manager wird das zuviel, und er sendet Sicherheitsleute, um Hugh zu sagen, dass er gefälligst seinen Job zu tun hat: einfach Parktickets zu bestätigen, aber nichts weiter. Schliesslich ist dies ein Business, und keine Psychotherapie. Aber dreimal dürfen Sie raten, was dann passiert: Hugh beginnt, das Sicherheitspersonal zu bestätigen. ‘Jungs, ihr habt wirklich einen schweren Job. Den würde ich nicht machen wollen. Ich kann mir vorstellen, dass ihr es nicht immer leichthabt und auch wenig Anerkennung findet…’

Und so sind die Sicherheitsbeamten wie verwandelt. Endlich mal jemand, der Verständnis zeigt! Sie stellen Hugh ihrem Chef vor; auch der ist ganz von Hugh und seinen verständnisvollen Worten angetan. Und so weiter, und so weiter. Hugh wird sogar irgandwann ins Weisse Haus eingeladen, um dort den Präsidenten zu bestätigen (der Film wurde zu Zeiten George W. Bushs gedreht).

Die Welt wird durch Hugh verwandelt. Eine Fernsehsendung berichtet sogar über ihn: ‘Hugh Newman – the man who changes the world by providing free parking – and free compliments.’ Und das lasse ich mal unübersetzt.

Die Geschichte entwickelt sich dann noch weiter, aber darauf gehe ich jetzt mal nicht ein. Einfach mal anschauen – You Tube!

Was ich an diesem Film, dieser Geschichte einfach mag, ist die einfache und eindrucksvolle Moral: es braucht nicht viel, um Menschen Mut zu machen. Wir alle mögen es, wenn wir Anerkennung erfahren, richtig? Wenn wir Bestätigung finden. Wir alle haben etwas zu bieten, etwas mitzuteilen. Wir alle sind etwas wert. Und es ist gut, dass wir ab und zu daran erinnert werden – denn wir erfahren ja schon eine Menge Kritik und auch Negativität. Manchmal mögen wir es selbst nicht glauben, dass wir unsere besonderen Gaben haben, die mitteilenswert sind – dass wir etwas wert sind.

Was ich an den Bibellesungen zum heutigen Sonntag spannend finde, ist, dass wir hier wunderschöne Worte der Ermutigung und Bestätigung von Gott hören. Im Buch Jesaja spricht Gott liebevoll und zärtlich zum Volk Israel: ‘Fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst – ich habe dich bei deinem Namen gerufen – du bist mein.’

Und auch im heutigen Evangelium hören wir solche Worte, als der Himmel sich öffnet, nachdem Jesus getauft ist: ‘Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.’ Es scheint, als bräuchte selbst Jesus solche Worte der Ermutigung, al ser getauft wird und nun den langen Weg geht, der ihn letztlich zum Kreuz führt.

Nun ist die Taufe von Anfang an ein wichtiger Bestandteil des christlichen Glaubens und der christlichen Identität gewesen. Die Taufe bedeutet Neuanfang, ein neues Leben in und mit Gott. Ganz früher, als die Erwachsenentaufe noch die Norm war, wurde das häufig dadurch symbolisiert, dass den Täuflingen ein neuer Name gegeben wurde.

Aber Taufe ist auch Ermutigung und Bestätigung. In der Taufe erhalten Sie und ich und alle, die getauft sind, das Versprechen, dass wir zu Gott gehören, und dass nichts, aber auch gar nichts, dies ändern kann. In der Taufe ernennt uns Gott zu seinen geliebten und unsagbar geschätzten Kindern. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst – ich habe dich bei deinem Namen berufen – du bist mein.

Diese Versprechen, diese Ermutigung, diese Bestätigung verändert unser Leben. Und dies führt dann hoffentlich auch dazu, dass sich unser Lebenswandel verändert, wie wir leben – dass unsere Herzen mit der Liebe und Gnade Gottes überfliessen, hin zu unseren Nächsten.

Wir wissen natürlich alle, dass das nicht immer so einfach ist. In der Welt geht es nicht immer liebe- und gnadenvoll zu – ganz im Gegenteil! Vielleicht liegt das ja zum Teil daran, dass Menschen sich nicht angenommen und bestätigt fühlen, dass sie meinen, dass sie nicht genug tun oder genug sind. Und wie kann man jemand anderes aufbauen, wenn man sich selbst schlecht fühlt?

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe so einige Tage, wenn ich down bin – entmutigt, müde, zerschlagen. Tage, an denen mir Kritik wirklich nahegeht, Tage, an denen ich mir selbst für einen blöden Fehler einfach nicht verzeihen und vergeben kann. Da gibt es Tage, an denen ich meine, nicht genug zu sein, nicht würdig. Da gibt es Tage, an denen ich das Versprechen vergesse, das Gott am Tag meiner Taufe gemacht hat. Geht es Ihnen auch manchmal so?

Ich denke, es ist wichtig, dass wir uns an unsere Taufe und alles, was damit zusammenhängt, erinnern: Gottes Versprechen, Gottes Zusage, Gottes Bestätigung. Wir brauchen das einfach ab und zu, Worte der Ermutigung zu hören. Schliesslich leben wir in einer Welt, in der Menschen nicht unbedingt gütig und freundlich miteinander umgehen. Wir brauchen das, uns daran zu erinnern, dass wir von Gottes Gnade und Liebe umfangen sind. Dass wir unendlich wertvoll in den Augen Gottes sind, egal, was andere über uns denken und von uns halten.

Ich denke, dass es auch wichtig ist, dass wir uns daran erinnern, dass alle Getauften Gottes geliebte und wertvolle Kinder sind. Obdachlose, Fremde, Flüchtlinge. Die, mit denen wir uns nicht verstehen. Die, die anders aussehen, anders denken, anders leben. Sie alle gehören zu Gott, erlöst und beim Namen gerufen. Sie alle sind Brüder, Schwestern, Geschwister – und wir sind einander anvertraut.

Es ist wichtig und auch gut, dass wir uns an all das erinnern. Und so lassen Sie uns jetzt unserer Taufe gedenken. Lassen Sie uns dessen gedenken, dass wir von Gott bestätigt werden, dass wir wertvoll in den Augen Gottes sind, immer – wie es auch unsere Geschwister im Herrn sind – und dass diese Bestätigung die Macht hat, uns – und die Welt – zu verändern.

Sehen Sie ‘Validation’ hier: https://www.youtube.com/watch?v=Cbk980jV7Ao

Bild: Wikipedia Commons

 

 

 

 

 

 

 

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