Reflektionen zum ‘Vaterunser’ (Lukas 11, 1-13); Zweiter Sonntag in der Passionszeit – 21. Februar 2016

prayer

(Wir hatten an diesem Sonntag das Vokalensemble ‘Loosely Renaissance’ zu Gast, das Arrangements des Komponisten Leo Hasslers zu den Worten Martin Luthers sang.)

‘Vater unser im Himmelreich,

Der du uns alle heiβest gleich

Brüder sein und dich rufen an

Und willst das Beten von uns han:

Gib, daβ nicht bet allein der Mund,

Hilf, daβ es geh von Herzensgrund.’

 

  1. ‘Geheiligt werd der Name dein,

Dein Wort bei uns hilf halten rein,

Daβ auch wir leben heiliglich,

Nach deinem Namen würdiglich.

Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr,

Das arm verführet Volk bekehr.’

 

Dies sind die ersten zwei Strophen von Martin Luthers Interpretation des Vaterunsers. ‘Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name’ – mit diesen Worten wird das Gebet erӧffnet, das Jesus seine Anhӓnger und somit auch uns lehrt – und dieses Gebet ist seitdem tagtӓglich gebetet worden, von Menschen unterschiedlicher Nationalitӓt, Sprache, Kultur, und Konfession. Dies ist das eine Gebet, das uns alle verbindet. Dies ist das eine Gebet, daβ Sie wahrscheinlich sogar dann instinktiv erkennen würden, wenn Sie einen Gottesdienst inmitten Afrikas oder Asians besuchten und es in einer Ihnen fremden Sprache hӧrten. Dies ist das eine Gebet, das uns über unsere Unterschiede hinaus vereint.

Letzten Sonntag sagte ich Ihnen, daβ ich Sie dieses Jahr auf eine besondere Reise durch die Fastenzeit nehmen mӧchte, eine Reise, die verschiedene spirituelle Praktiken erforscht. Letzten Sonntag ging es da ums Geben. So lassen Sie uns heute über das Beten nachdenken.

Nun gibt es Gebete in vielerlei Formen – es gibt uralte Litaneien, Psalmen und Lieder; es gibt Gebet in freier und spontaner Form, stille Meditation, und manchmal ist Gebet nur ein tiefes Seufzen, für das es keine Worte gibt.

Doch haben all diese Formen des Gebets eines gemein: sie alle sind ein Gesprӓch, eine Kommunikation mit Gott. Und, wie mit jeder Kommunikation, gibt es da den Teil des Redens – aber das Hӧren ist ebenso wichtig. Durch Reden und Hӧren schaffen wir ein Band, ein Verhӓltnis.

Jesus lehrt seine Anhӓnger und Anhӓngerinnen ein scheinbar einfaches Gebet, das es jedoch in sich hat, nachdem sie zu ihm kommen und fragen: Wie sollen wir beten? Und Jesus beginnt das Gebet mit einer ungewӧhnlichen Anrede: Vater unser. In Jesu Muttersprache wӓre das ‘Abba’, und Abba ist eine sehr unformelle Art und Weise, Gott anzusprechen; die beste Übersetzung wӓre sogar ‘Vati’ oder ‘Papa’. Nun war Gott mit vielen Namen über die Jahrtausende angesprochen worden: Herr, Kӧnig, Mӓchtiger, Herrscher. Die Menschen wurden durch solche Anreden an ihren  Platz verwiesen. Und dies trug auch dazu bei, daβ Gott als furchtbar und unnahbar erfahren wurde und es eine scheinbar unüberbrückbare Kluft zwischen Gott und Mensch gab.

Jesus bringt uns diesen Gott unsӓglich nahe – wir dürfen Gott Vater, Papa, nennen. Dies ist kein Verhӓltnis zwischen Herr und Sklave, nein, es ist ein intimes Verhӓltnis, ein Verhӓltnis voll des liebenden Respekts, ein vertrauensvolles Verhӓltnis. Nun weiβ ich, daβ nicht alle eine wunderbare und zӓrtliche Beziehung zu ihrem Vater hatten oder haben, und daβ es schwerfallen kann, den himmlischen Vater als eine uns wohlgesonnene und freundliche Figur zu sehen; doch sollten wir versuchen, zu verstehen, was Jesus hier ausdrücken will: Gott, unser Vater, ist nicht unser Gegner, sondern auf unserer Seite und sehnt sich danach, uns nӓherzukommen. Und diese Sehnsucht ist ganz deutlich in Jesus selbst Fleisch geworden – Gott wurde Mensch und einer von uns.

‘Geheiligt werde dein Name’ – diese Worte drücken die Ehrfucht und das Erstaunen über unseren himmlischen Vater aus, der uns zwar nahe kommt, aber zur selben Zeit der Schöpfer und Bewahrer aller Dinge ist. ‚Geheiligt‘ kommt von ‚heilig‘, und wir fimnden dieses Wort wieder in ‚Heiligtum‘. Ein Heilgtum ist ein Ort, der abgesondert ist; ein Ort, an dem Sicherheit gefunden und das Heilige erfahren wird. Wenn wir etwas als heilig erklären, dann erkennen wir an, daß es eine Sphäre gibt, die über unsere Erfahrungen weit hinausgeht, eine Sphäre, in der Himmel und Erde sich berühren und wir etwas erfahren, das wir sonst in der Welt nicht finden. Und in dieser Sphäre werden wir erfrischt, erneuert und gestärkt zum Leben in der Welt.

Indem wir verkünden, daß unser Vater heilig ist, erkennen wir an, daß Gott größer ist als wir, und uns doch in seine Heiligkeit mit einbezieht und uns somit stärkt für den Dienst in und an der Welt.

  1. ‘Es komm dein Reich zu dieser Zeit

Und dort hernach in Ewigkeit.

Der Heilig Geist uns wohne bei

Mit seinen Gaben mancherlei;

Des Satans Zorn und groß Gewalt

Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt.‘

 

Der Ausdruck ‘Reich’ mag uns heute zwar altmodisch erscheinen, doch zu Zeiten Jesu waren die meinsten politischen Systeme noch Reiche – entweder Königreiche, oder, wie im Fall des Römischen Reiches, Kaiserreiche, Imperien. Jesus setzt allen irdischen Reichen, und besonders dem Römischen Kaiserreich, immer wieder das Gottesreich oder Himmelreich entgegen – ‘dein Reich’. Welches politische System wir auch hier auf Erden erfahren, sei es die Monarchie, Demokratie, oder Sozialismus, es ist immer unvollkommen und fehlerhaft. Tagtäglich erfahren wir Ungerechtigkeit und Korruption, egal, in welchem System, und egal, wie gut die Intentionen einer Staatsform sind. Sogar in einem Land wir der USA sehen wir Obdachlosigkeit, Hunger, Ungerechtigkeit, und die Vernachlässigung der Armen.

‘Dein Reich komme’ drückt unsere Hoffnung auf das Gottesreich aus, eine Herrschaft, in der die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sind, eine Herrschaft, in der niemand Hunger leidet, eine Herrschaft, in der Gewalt und Ungerechtigkeit ausgelöscht sind und Tod nicht merh sein wird. Eine Herrschaft, die von Liebe, Gnade und Mitgefühl geprägt ist anstelle von Habsucht, Gier, Furcht, und Haß. Eine Herrschaft, die so anders ist als alles, was wir hier auf Erden erleben.

Nun scheinen viele Leute zu denken, daß das Gottesreich jenseits unserer irdischen Erfahrungen liegt, und daß es einst nach dem Tode gefunden und erfahren wird. Doch, wie Martin Luther in seiner Liedversion des Vaterunsers sagt, ‚Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit.‘ Jesus spricht immer wieder über das Gottesreich, das nahe ist, über das Gottesreich, das schon miten unter uns ist und wächst wie ein Senfkorn, und aktiv ist, wie der Sauerteig – subtil, jedoch unaufhaltbar.

Wenn wir beten, ‘dein Reich komme’, so drücken wir damit auch die hartnäckige Zuversicht aus, das Gottes Reich der Liebe und Gerechtigkeit schon heute erlebt werden kann und muß – und daß es dort wächst, wo Menschen Barmherzigkeit und Mitgefühl zeigen, und sich für den Nächsten in Not einsetzen.

 

  1. ‘Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich

Auf Erden wie im Himmelreich.

Gib uns Geduld in Leidenszeit,

gehorsam sein in Lieb und Leid;

wehr und steu’r allem Fleisch und Blut,

das wider deinen Willen tut.‘

 

‘Dein Wille geschehe’ – dies ist womöglich die schwierigste Bitte im gesamten Vaterunser.  Die Bitten, ‚dein Reich komme‘ und ‚dein Wille geschehe‘ sind untrennbar miteinander verbunden. Nur dort, wo Gottes Willen getan wird, können wir einen Blick auf das Gottesreich mitten unter uns erhaschen.  Doch was, genau, ist eigentlich Gottes Willen?

Gläubige haben sich über die Frage des Willens Gottes von Anfang an gestritten, und tune s auch heute noch. Jede christliche Konfession, jede Freikirche, ist ein Zeugnis für diese Streitigkeiten, den jede Kirchenneugründung geschieht deshalb, weil Leute der Meinugn sind, daß andere Christen udn Christinnen eben nicht Gottes Willen tun.

Und wir müssen da natürlich auch vorsichtig sein. Allzu oft verwchseln wir unseren Willen mit Gottes Willen. Ich las irgendwo diesen treffenden Satz: ‚Ist es nicht erstaunlich, daß Gott dieselben Menschen haßt, die auch ich nicht ausstehen kann?‘ Die Versuchung ist groß, Gott unseren Vorstellungen gemäß zu gestalten, und so Gott nach unsrem Bilde zu schaffen.

Luther weiß sehr wohl über dieses Dilemma Bescheid. Ja, wir können zu einem gewissen Grade aus den heiligen Schriften, und besonders den Worten Jesu, erkennen, was Gottes Wille ist: Liebe, Vergebung, Gerechtigkeit, Nahrung, Wasser, Obdach, und ein reiches Leben. Doch müssen wir darüber hinaus Gott doch immer wieder fragen, was sein Wille sei. Dies tun wir durch Gebet, und wie ich schon erwähnte, gehört zum Gebet auch das Hören auf die Stimme Gottes dazu. Manchmal hören wir die Stimme Gottes als die Stimme unseres Gewissens, also sollten wir auch darauf hören. Und wenn alle Stricke reißen, dann sollen wir ‚kräftig sündigen‘, wie Luther sagt. Was er damit sagen will, ist, daß wir natürlich immer wieder falsche Entscheidungen treffen – doch Taten der Überzeugung sind der Tatenlosigkeit vorzuziehen. Am Ende können wir uns immer darauf verlassen, daß Gott uns vergibt, wenn wir unsere Fehler einsehen und unsere Schuld bekennen.

Und man könnte argumentieren, daß wir anhand der nächsten Bitten des Vaterunsers sehen, was Gottes Willen ist.

 

  1. ‘Gib uns heut unser täglich Brot

Und was man b’darf zur Leibesnot;

Behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit,

vor Seuchen und vor teurer Zeit,

daß wir in gutem Frieden stehn,

der Sorg und Geizens müßig gehn.‘

 

Jesus wählt seine Worte mit Bedacht hier. Er sagt nicht einfach, ‚gib uns Brot‘, sondern, ‚unser tägliches Brot gib uns heute‘. Worauf Jesus hier deutet ist höchstwahrscheinlich die Geschichte des Volkes Israel in der Wüste. Ja, Gott hat für Manna gesorgt, diese mysteriöse Substanz, doch gebot Gott dem Volk, nicht mehr davon zu sammeln, als es für eine Tag braucht. Doch die Menschen waren mißtrauisch, und Furcht vor Mangel brachte sie dazu, das Manna doch zu horden – und es verfaulte prompt nach Sonnenuntergang.

Sollen wir also unsere Vorräte and Konservenbüchsen aufgeben? Sollen wir die Warnungen, daß wir genug Essen uns Wasser für den Notfall, z.B. Ein Erdbeben, lagern, in den Wind schlagen?  Und wie ist es mit Geldanlagen für den Ruhestand? Nun denke ich, daß Jesus all dies nicht angreift, aber auf etwas anderes anspielt.

Und dies ist in den Wörtchen ‘uns’ und ‘unser’ versteckt – ‚unser täglich Brot gib uns heute‘. Jesus spricht hier von der Gemeinschaft, der wir auch angehören. Wir bitten nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Schwestern und Brüder. Wenn wir nur auf uns schauen, und wessen wir bedürfen, und zusammenraffen, was wir nur können, dann verlieren wir die Nöte  anderer in der Gemeinschaft aus den Augen. Wir, wie auch das Volk in der Israel in der Wüste, müssen von Gott daran erinnert werden, daß Gott uns versorgen wird, and jedem neuen Tag, und daß es genug für alle gibt. Wir müssen uns nicht vor Mangel fürchten. Wir müssen nut das, was reichlich da ist, teilen.

Und Luther spielt wunderschön auf ebendiesen Gedanken an, indem er sagt: ‘Daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn.‘

 

  1. ‘All unsre Schuld vergib uns, Herr,

daß sie uns nicht betrübe mehr,

wie wir auch unsern Schuldigern

ihr Schuld und Fehl vergeben gern.

Zu dienen mach uns all bereit

In rechter Lieb und Einigkeit.‘

 

Ich habe schon erwähnt, daß wir darauf warten, daß Gottes Reich unter uns verwirklicht wird, hauptsächlich deswegen, weil alle menschlichen Mächte fehlerhaft sind. Nun sind diese Mächte nicht nur ein abstraktes Konzept – sie sind  fehlerhaft, weil sie aus Menschen bestehen, die ihre Fehler haben, d.h., wir sind Teil dieser Systeme. Wir mögen nun keine Kriminellen sein und böse Absichten haben, doch letztendlich sind wir alle erst einmal um uns selbst besorgt und übersehen häufig die Nöte anderer. Martin Luther sagte, daß Sünde nicht so sehr ein Fehlverhalten ist, sondern eine Haltung: wir sind in uns selbst verkrümmt und starren so nur auf unseren eigenen Nabel.

Wir all verfehlen den willen Gottes – sind Sie kürzlich einfach an einer obdachlosen Person vorbeigegangen, z.B.? Wir alle brauchen Gottes Vergebung – die Gott gewährt, wenn wir nur darum bitten. Und so ist die Bitte, ‚vergib uns unsere Schuld‘, das Herzstück des Vaterunsers.

Aber das ist noch nicht alles; es heißt, ‘und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern’. Es wird klar, daß unsere Bitte um Gottes Vergebung eine Sache ist, aber daß es gleichzeitig von uns erwartet wird, anderen zu vergeben – anderen, die schließlich, wie auch wir, ihre Fehler haben und uns durch ihre Furcht, ihre Egoismus oder ihre Nachlässigkeit wehgetan haben.

Wir haben Gotte Vergebung erfahren, also ist es nur recht und billig, daß wir auch selbst ein gnädiges und gnadenvolles Leben führen. Zum einen befreien wir uns durch Vergebung von Bitterkeit und Ärger, von Gefühlen, die uns bremsen und zurückhalten. Auf der anderen Seite befreien wir diejenigen, die uns gegenüber schuldig geworden sind, dazu, es das nächste Mal besser zu machen. Wir, die wir tagtäglich eine neue Chance erhalten, geben so neue Chancen. Ist Vergebung einfach? Keinesfalls. Doch schileßlich hat Jesus nie gesagt, daß Nachfolge einfach ist, sondern daß wir unser Kreuz auf uns nehmen müssen.

 

  1. ‘Führ uns, Herr, in Versuchung nicht,

wenn uns der böse Geist anficht;

zur linken und zur rechten Hand

hilf uns tun starken Widerstand

im Glauben fest uns wohlgerüst‘

und durch des Heilgen Geistes Trost.‘

 

 

‘Und führe uns nicht in Versuchung’ – ich denke, wir alle wissen, was Versuchung ist. Wir finden sie ‚zur rechten und zur linken Hand‘, wie Luther so schön sagt. Da ist die Versuchung, Gott, unseren Vater, abzulehnen. Da ist die Versuchung, lieber weltlichen Führern oder Ideologien nachzufolgen – und ‚Ideologie‘ ist mit dem Wort ‚Idol‘, ‚Abbild‘, verwandt, wo wir doch zuerst nach dem Reich Gottes suchen sollen. Da ist die Versuchung, anzunhemen, daß unser Wille Gottes Wille ist. Da ist die Versuchung, für uns selbst Reichtümer anzuhäufen, ohne sie zu teilen. Da ist die Versuchung, zu denken, daß wir Gottes Vergebung und Gnade verdienen, doch daß andere verdammt werden. Da ist die Versuchung, an unserem Groll gegen andere festzuhalten, da dies uns irgendwie ein befremdlich befriedigendes Gefühl gibt, oder wir dann einen grund haben, jemand anderes für all das, was in unserem Leben falsch läuft,verantlwortlich zu machen.

Da ist die Versuchung, uns von Gott, dem Vater, und Gottes gutem Willen abzuwenden, und uns in uns selbst zu verkrümmen. Selbst Jesus war gegen Versuchung nicht immun; letzten Sonntag erst hörten wir die Geschichte von Jesu Versuchung in der Wüste, und Jesu erlebt die schlimmste Anfechtung  kurz vor seiner Verhaftung, im Garten Gethsemane, als er Gott bittet, diesen Kelch des Leidens und Sterbens an ihm vorbeigehen zu lassen.

Doch Versuchung führt uns von Gott weg, und auch von der Verwirklichung des Reiches Gottes – und führt dazu, daβ wir in der Wüste bleiben, anstelle das gelobte Land zu erreichen.

 

  1. ‘Von allem Übel uns erlӧs;

Es sind die Zeit und Tage bӧs.

Erlӧs uns vom ewigen Tod

Und trӧst uns in der letzten Not.

Bescher uns auch ein seligs End,

Nimm unsre Seel in deine Hӓnd.’

 

Wir sind versucht, unseren Begehren und Begierden nachzugeben, welche nicht unbedingt schlecht oder übel sind, doch die das Potential haben,eine Welt zu schaffen, in welcher die Devise ‘ich zuerst’ gilt und die Nӓchsten vernachlӓssigt werden. Und dies führt zum Übel. Jesus betet, daβ wir davon erlӧst würden, daβ wir als Gemeinschaft von diesem Übel befreit würden, und somit auf dem Weg des Lebens der Fülle geführt werden – und dies ist nicht nur ein Leben der Fülle für dich oder für mich, noch nicht einmal für uns, sondern für die gesamte Schӧpfung. Jesus weiβ nur zu gut, daβ wir dies allein nicht schaffen, sondern Gottes Hilfe brauchen. Und dies bringt uns zurück zur spirituellen Übung des Gebets.

Wann immer wir in dier Welt mit ihren Anforderungen, Anfechtungen, und Mühen unterzugehen drohen; wann immer wir drauf und dran sind, aufzugeben und unempfindlich gegen das Leiden und die Not in dieser Welt zu werden; wann immer wir etwas tun wollen, das die Welt zum Guten verӓndert, doch nicht wissen, wie – dann brauchen wir diese heilige Sphӓre, die heilige Zeit mit Gott, unserem Vater; zu teilen, was uns bewegt, und dann auf Gottes Weisung zu lauschen. Gott, unser Vater, unser Papa, will diese Beziehung. Jesus Christus selbst ist der Beweis dafür. Und zu dem lassen Sie uns ein festes ‘Amen’ singen!

 

  1. ‘Amen, das ist: es werde wahr.

Stӓrk unsern Glauben immerdar,

Auf daβ wir ja nicht zweifeln dran,

was wir hiermit gebeten han

Auf dein Wort, in dem Namen dein.

So sprechen wir das Amen fein.’